Die Schule

Heimatortsgemeinschaft Bogarosch

 

in der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V.

letzte Aktualisierung am 01.September 2018

Ja, Grawatz is so glicklich glee,

Doch will ich"s net verschreije,

Wer alli Nochberschdärfer gseh,

Der kann des aa bezeije.

...

Mer denkt an alles net nar drum

Um Grawatz hochzuheewe.

Mit solchi Nochbre umundum,

Do wars so scheen zu leewe.

 

Mit diesen Strophen beginnt und beendet der Grabatzer Landsmann Nikolaus Zwergal sein Gedicht "Die Nochberschaft". Zwischendrin wird in einigen Gemeinden in der "Nochberschaft" Halt gemacht, jedem einzelnen Ort ist im weiteren Verlauf des Gedichtes ein Strophe gewidmet um das hervorzuheben, was diesen Gemeinden eigen ist, was sie so einzigartig und liebenswert macht. Eine Homage an die "Nochberschaft" kann kaum besser, treffender und gefühlvoller formuliert werden. Auch Bogarosch ist bedacht und zwar mit folgender Strophe:

 

Bogarisch hat in frih´rer Zeit,

Des därf mer nie vergesse,

Studierte un berihmti Leit,

Uff die mer stolz sein messe.

 

Über Bogarosch kann nicht berichtet werden, ohne die Leistungen der Bogaroscher Schule kurz anzuzsprechen.

 

Noch im Ansiedlungsjahr wurden die Kolonisten angehalten ein Schulhaus einzurichten. Der erste Bogaroscher "diplomierte" Lehrer war Cajetan Muttersgleich welcher 1774 in Bogarosch unterrichtete, außer diesen unterrichteten besonders in den ersten Jahren, die sogenannten "Schulmeister", meist Handwerker oder Bauern, die die Kunst des Lesens und Schreibens verstanden und die Kleinen darin unterrichteten. Solch ein Schulmeister war beispielsweise Andreas Abendschein.

 

Große Verdienste im Schulwesen hat sich die Familie Ferch erworben, Mathias Ferch aus Gutenbrunn wurde im Jahre 1825 zum Lehrer in Bogarosch gewählt, 1832 war er Oberlehrer, er wirkte 42 Jahre als Pädagoge, 36 davon in Bogarosch. Oberlehrer Ferch legte Wert darauf, dass aus "seiner" Schule eine überdurchschnittlich hohe Zahl an "Studierten" hervorging, 1861 ging er in Pension, aber schon im darauf folgenden Jahr, 1862, starb er. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Josef Ferch. Aus dieser Familie gingen weiterhin zahlreiche Pädagogen, Geistliche, Künstler und andere Studierte hervor.

 

Johann Thierjung berichtet: Unsere Schulen wurden von 1862 an durch Oberlehrer Josef Ferch so vortreflich geleitet das im Torontaler Komitat keine Gemeinde so geschulte Rekruten zum Militär brachte als Bogarosch wo welche die meisten Scharschen bekleiden bis 1898 Ferch Josef in Pension ging.

 

Im Jahre 1900, am 15 August versammelten sich die "Studierten" Söhne der Gemeinde in ihrem Heimatdorf, zur Erinnerung wurde die Gedenktafel am Schulhaus enthüllt. Im Jahre 1935 erwähnt Josef Hubert 91 Studierte in der Ortsmonographie: 9 Geistliche, 7 Professoren, 24 Lehrer, 23 Ärzte, 7 Apotheker, 10 Ingenieure, 9 Juristen und 2 Tierärzte.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde ein Internat in Bogarosch eingerichtet um den deutschen Kindern der umliegenden Dörfern den Schulunterricht in der Muttersprache zu ermöglichen. Da unter diesen Umständen das Schulgebäude sich als zu klein erwies wich man auf andere (zum Teil private) Gebäude aus. Um dem Platzmangel zu beseitgen beschloss man ein neues Schulgebäude zu errichten. Diese wurde in den Jahren 1970 - 1974 auf dem Standort des Kindergartengeländes fertiggestellt.

 

Der Kampf um den Unterricht in der Muttersprache war immer aktuell. Wehrte man sich erst gegen ungarische Assimilierungstendenzen so versuchte man sich nach dem zweiten Weltkrieg mit dem rumänischen Sozialismus zu arrangieren. Großes geleistet haben auf diesem Gebiet auch die späteren Lehrer. Stellvertretend seien hier erwähnt: Andreas Kovacs, Katharina Frank, die Lehrerfamilien Hammes, Frauenhoffer und Huber sowie in den letzten Jahren die Lehrerinen Gabriele Schneider, Hedi Entner, Gertrude Kratochwill und Anna Riegelmayer.

Nicht unerwähnt sollen hier die rumänischen Lehrer bleiben, wir, die letzten der Erlebnisgeneration behalten, unter anderen, die Professoren Jantoveanu und Roman in angenehmer Erinnerung.

Herzlichen Dank an die HOG Grabatz für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe der Strophen aus dem Gedicht "Die Nochberschaft" http://hog-grabatz.de/web/zum-lesen.php

Die Schule

Schulklasse in den 1930er Jahren

mit Lehrer Andreas Kovacs

Schulkassen in den 1930er Jahren

mit Lehrer Josef Hubert

Schulklasse, 1950er Jahre

mit Lehrerin Anna Hammes

Die deutschen Klassen I - IV

1979

Die V. Klasse 1983 mit Klassenlehrer Prof. Jantoveanu