19. Jahrhundert

Heimatortsgemeinschaft Bogarosch

in der Landsmannschaft der Banater Schwaben

letzte Aktualisierung am 20. November 2017

1804

hatte Bogarosch 1600 Einwohner

1805

standen 210 Häuser im Dorf

1816

wurde die Orgel von Franz Wälter aus Temeswar um 5.011 fl. erbaut. Die Kirchenbücher berichten von einem ersten Instrument mit 6 Registern. Die Orgel hat eine mechanische Spielt- und Registertraktur, die Werke befinden sich in drei separaten Orgelgehäusen.

1816

war der Winter lang, anhaltend und eiskalt. Am 28, 29 und 30ten Jänner war die größte Kälte seit Menschengedenken, 21° Reaúmur (etwa -26° Celsius). Es wehte ein starker pfeiffender Wind, welcher einen höchst feinen Schnee in solcher Tüchtigkeit herumtrieb das man größere Gegenstände kaum auf 10 Schritt Entfernung ausnehmen konnte. Der Schnee schmolz spät, die Saat wuchs trotzdem, doch vor der Ernte kam von Warjasch eine Wasserflut und überschwemmte die Äcker. Das gesamte Getreide wurde vernichtet. Auf den tief liegenden Teilen des Hotters blieb das Wasser über mehrere Jahre hindurch

1817

war ein gesegnetes Jahr

1823

Gemeindehaus hatte die Gemeinde in den ersten 54 Jahren keines, im Haus des Schulzen wurden alle Verhandlungen geschlichtet bei welchem sich auch die Strafrequisiten nämlich der Schandpflock an welchen die zu Strafenden angebunden wurden, dann Geige, Eisenketten und Priegelbank ... sich in Bereitschaft befanden. Die Geldzahlungen wurden vom Kassier von Haus zu Haus eingehoben ...

1830

Am 12. und 13. Januar fiel dermassen viel Schnee, dass der Verkehr zu den Nachbargemeinden völlig zum Erliegen kam. Es wurde spät Frühjahr, im Juli und August stieg das Erdwasser derart, dass die meisten Keller voller Wasser standen und infolgedessen sehr viele Häuser zusammenfielen .

1831

brach die Cholera aus, am 3. September starben die ersten Kranken, bis zum Abklingen, Anfang November, starben insgesamt 17 Kranke.

1836

bricht die Cholera erneut aus, ein Cholera-Arzt aus Makó weilt im Ort, innerhalb von drei Monaten starben von 700 Kranken 107.

1840

kostete ein Session Haus und Feld 8000 fl Wiener Währung. Bogarosch hat 2180 Seelen.

1841

... mußte jeder Vater welcher 6 Söhne hatte einen Rekruten stellen oder einen von der Regierung als tauglich anerkannten Mann kaufen ...

1844

die neu angesiedelte Gemeinde Ujhely wurde unserer Pfarrei als Filiale zugeteilt

1845

standen 237 im Dorf, ... hatte die Jugend sich zum erstenmal vereint mit geputzten Hüten während der Kirchweih um den Maibaum zu tanzen ...

 

... in höhere Schulen wurde niemand vor 1840 zum studieren geschickt, erst nach 1850 als der Fortschritt sich entwickelte gingen mehrere Bogaroscher Eldern daran ihre Kinder zur Ausbildung ins Gimnasium zu schicken ...

1853

Vergrößerung der Gemeinde, Die „Kameral - Kleinhäuser" werden in den Matrikelbüchern gelegentlich als Neu-Bogáros bezeichnet. Das heute noch stehende Schulhaus wurde gebaut.

1854

war der Weitzen mißrathen ... die Prügelstrafe wurde gesetzlich verboten ...

1859

wurde das Verwaltungsjahr vom 1 November auf den 1 Januar versetzt. Die Kirche wurde vergrößert, der Bau begann am 30. September 1859, die vergrößerte Kirche ist am 8. September 1860 neu eingeweiht worden

1863

... zeichnete sich durch außerordentliche Dürre und Trockenheit aus und war beinah noch böser als das Jahr 1794. Die Gemeinde mußte ein Kosthaus errichten für die Armen zu speisen (dieser Zustand dauerte bis Mai 1864) doch war es in Bogarosch nicht am schlechtesten ...

1864

Nach dem Dürrejahr 1863, wanderten etwa 2000 Personen, aus Bogarosch und den umliegenden Ortschaften, nach Rumelien aus. Von den dortigen Grundherren nur ausgenutzt kehrten 1365 Personen im Spätherbst 1867 wieder ins Banat zurück.

1868

... brannten die Kleinhäuser Nr. 66,67,68,69 und 70 gänzlich nieder ...

1869

zählte die Gemeinde 2655 Einwohner, ab 1. Juli eigene Poststation, erster Postmeister war der Kaufmann Friedrich Ferch genannt "Fritzl".

1871

entstand ein Leseverein im großen Gasthaus bei Kersch Michael

1873

brannten die Häuser von Numro 88,87,86,85 und 100b gänzlich nieder

1876

entstand eine Cassina (Casino) mit 32 Mitglieder mit Statuten vom Staate, das Gemeindehaus wurde ganz aus Brennziegel gebaut welches 8981 fl 39 x gekostet

1881

wurde eine Kirchenuhr zu Lasten der Kirchenkassa angeschafft , das Grundwasser kam abermals und blieb bis 1883 mit großem Schaden

1887

wurde eine Sparkassa mit 400 Actien und 20 000 fl Stammkapital gegründet

1892

wurde ein Leseverein mit 485 Mitgliedern gegründet

1894

errichtete Bodway Lajos die erste Apotheke in Bogarosch auf dem Patronat der göttlichen Vorsehung, selbige wurde 1896 an Schunck Richard verkauft