Geschichte

Heimatortsgemeinschaft Bogarosch

in der Landsmannschaft der Banater Schwaben

letzte Aktualisierung am 20. November 2017

Die Geschichte von Bogarosch ist bestens dokumentiert in den beiden Ortsmonographien von 1935 und 1993. Ergänzt werden diese durch die Publikation von Josef Prunkl in der die Lebenswelt der landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft sowie die Landwirtschaft selbst akribisch dokumentiert wird. Ein weiteres ergänzendes Werk zur Bogaroscher Geschichte ist das Familienbuch welches alle Bewohner der Gemeinde von der Ansiedlung bis zum Exodus erfasst. Diese Seite soll die Informationen in den bereits vorhandenen Publikationen ergänzen und vertiefen.

 

Gordon A. Craig, amerikanischer Schriftstelle und Historiker, sagte 1981 in Münster: „Geschichte ist nicht „exakte Wissenschaft“ - sie ist eine humanistische Disziplin. Ihr Hauptgegenstand sind Menschen, und Geschichte ist, wie Thukydides vor langer Zeit sagte, das Studium nicht von Umständen, sondern von Menschen in Umständen."

 

Dies ist der Ansatz der hier verfolgt wird, es wird versucht in den Alltag unserer Vorfahren Einblick zu gewinnen mithilfe der unterschiedlichsten Quellen, vornehmlich mit Dokumenten aus der Zeit. Diese werden, um die damalige Atmosphäre und Stimmung ansatzweise nachzuempfindem, weitestgehend originalgetreu zitiert, was nicht immer vereinbar ist mit der heute grassierenden political correctness. Sämtliche Aussagen sind im Kontext der damaligen Zeit zu verstehen.

 

Eine sehr wertvolle Sekundärquelle für uns Bogaroscher ist die handschriftliche Ortsmonographie von Johann Thierjung. Entstanden zwischen 1861 und 1921, beschreibt der Autor nicht nur den Werdegang unserer Gemeinde, sondern, ganz ein Kinder seiner Zeit, in der damals gebräuchlichen Sprache, die Bogaroscher, aber auch Dinge wie Wetterbeobachtungen, Familiengeschichte, mit treffenden Worten skizziert er Landschaften, Menschen, innermenschliche Beziehungen und Vorkomnisse bzw. Ereignisse in Bogarosch die nicht immer der positiven Entwicklung unserer Gemeinde dienlich waren. Einige Passagen aus diesem Werk sind bereits hier eingefügt, sie sind in kursiver Schrift wiedergegeben.

Weitere Unterlagen die ausgewertet wurden bzw. werden sind die Schlafkreuzerrechnungen, Unterlagen aus dem Bogaroscher Gemeindhaus, Seelenverzeichnisse, Artikel aus historischen Zeitungen u. ä.

 

Neben der zeitliche Abfolge der Ereignisse in Bogarosch werden bestimmte Themen herausgegriffen und ausführlicher behandelt.

 

Die Gegend in der die Kolonisten das Dorf Bogarosch begründen sollten war geschichtsträchtiger Boden und seit der Vorchristlichen über die Römer- und Völkerwanderungszeit bis ins Mittelalter besiedelt, bei der Besiedlung durch unsere Vorfahren versumpft und dünn besiedelt. Bogarosch wurde ungefähr an der Stelle des verwüsteten Ortes gleichen Namens aus dem Mittelalter angelegt. Dieser Ort wird in Urkunden des Budapester Landesarchivs als Bogaros, Bogarosd oder Bogarus zwischen 1462 und 1548 unter verschiedenen Besitzern und Pächtern bezeugt. 1562 als Königsgut an Ladislaus Kerecsányi de Kanyáföld verschenkt, scheint Bogarosch bis nach der Befreiung des Banats aus der Türkenherrschaft eine unbewohnte Öde gewesen zu sein.

 

1768 wurde beschlossen das Prädium Bogarosch zu besiedeln, der Ort wurde für 200 Hausnummern ausgemessen und man begann mit dem Bau der Häuser.