Andreas Kovacs

Heimatortsgemeinschaft Bogarosch

in der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V.

letzte Aktualisierung am 06. Dezember 2017

Andreas Kovacs

Pädagoge , Lokalforscher und Dorfchronist

1889 - 1980

Eine Bogaroscher Persönlichkeit, ja eine Institution des 20 Jahrhunderts den auch den jüngeren Vertretern der Erlebnisgeneration noch in Erinnerung sein dürfte ist der "Kovacs-Lehrer". Andreas Kovacs, wie er mit vollem Namen hieß, wurde am 28 September 1889 in Pesak als Sohn der Eheleute Ferdinand Kovacs und Josefa Peron geboren. Er enstammte einem armen Elternhause. Von 1901-1905 absolvierte er die Großsanktnikolauser Bürgerschule "Bertha". Anton Suck, Direktor dieser Schule, unterstützte begabte Kinder die ärmeren Elternhäusern entstammten. Die Schuldiener mussten für diese Schüler im August hausieren gehen, so das jedes Kind 7 Häuser hatte wo es, täglich abwechselnd, verpflegt wurde. Auf diese Art und Weise hat Lehrer Kovacs die vier Jahre Bürgerschule besucht, jedes Jahre prämiert und nach dem vierten Jahr gab es als Prämie 15 Gulden in Gold. Damit kleidete er sich ein und fuhr nach Temeswar in die Lehrerpräpranderie, wo er am 29 Juni 1909 das Lehrerbefähigungsdiplom für deutsche und madjarische Volksschulen erhielt. An diesem Tag hat Direktor Josef Amberg die Diplome ausgeteilt und die Schüler mit den Worten verabschiedet: "Ihr müsst dem Volk, in dessen Mitte ihr lebt, dienen! Das Volk hat durch die Kinder zu Euch mehr Vertrauen als zu Richter und Notär." In diesem Sinne hat Lehrer Kovacs gelebt, er arbeitete nicht nur für die Schule, sondern für das ganze Dorf.

1909 trat Lehrer Kovacs seine Stelle als Lehrer in Bogarosch an. Am 12 November 1916 heiratete er Theresia Hubert. Aus dieser Ehe entstammen zwei Töchter: Maria und Anna. Die Mutter und die Töchter wanderten später nach Amerika aus.

 

Es werden wohl etwa über 2000 Schüler durch seine Hände gegangen sein, er kannte jeden, er wusste was aus jedem geworden war und hat dazu beigetragen das mancher vom Schicksal nicht unterdrückt wurde. Zwei Kriege hat er als Lehrer im Dorf mitgemacht, er war wehrdienstuntauglich, als die Leute um Rat baten hat er getröstet und ermuntert. Das Schwierigste waren die Trauernachrichten von der Front. Er hat in beiden Kriegen Briefe für die Mütter ins Feld geschrieben.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Lehrer Kovacs beauftragt die Allgemeinschule Bogarosch, deutsche Abteilung sowie eine Schülerheim für die auswärtigen Schüler zu eröffnen (Bogaroscher Internat). Bis 1954 war er Schuldirektor, 1954 ging er nach 46 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand.

 

Neben der beruflichen Tätigkeit als Lehrer war Lehrer Kovacs, vor wie auch nach seiner Pensionierung auf den verschiedensten Gebieten tätig: so bis 1944 Schriftführer im Gesangverein, im Bauernverein sowie im Handels- und Gewerbeverein. Nach der Pensionierung stellte er sich zur Aufgabe das Gemeindearchiv zu sichten. Hunderte Urkunden gingen durch seine Hände, wurden mit Interesse gelesen, übersetzt, geprüft, geordnet und gehortet.

 

Als "Pressedienst" kümmerte er sich zu jeder Bogaroscher Kerwei um die Einladung der Presseleute, privat unterhielt er ein Archiv über Bogarosch und das Banat. Adam Haupt, Buchhalter in Grabatz, hat mal gesagt: was der Kovacs-Lehrer in seim Lewe gschrieb hat , geht bestimmt eemol um de Äquator rum. Wo sein Nachlass wohl hingekommen ist? Am 30 Oktober 1980 verstarb der Kovacs-Lehrer im Alter von 91 Jahren in Bogarosch, in unseren Erinnerungen lebt er weiter.