Dies & jenes

Heimatortsgemeinschaft Bogarosch

 

in der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V.

letzte Aktualisierung am 09. Juli 2018

Wer kennt diese Bilder?

Diese Bilder aus dem Nachlass meiner Großmutter Margaretha Ihm gelangten in meinen Besitz, leider ist nichts darüber bekannt wer dargestellt ist. Beide Photos wurden im Studio Stahl in Philadelphia aufgenommen bzw entwickelt, wohl um 1910 etwa. Wer kann nähere Auskunft geben?

28.01.1834 - Wiener Zeitung:

Von dem k.k. Prinz - Regent von Portugal 39sten Linien - Infanterie - Regiments - Gerichte wird hiermit bekannt gemacht: Es sey der dießseitige Gemeine Simon Breszler, von Bogaros, Torontaler Comitats, im Banate gebürtig, ledig, am 2. September 1832 , mit Hinterlassung eines Vermögens von 139 fl. C.M., zu Pest in Ungarn ohne Testament verstorben. Es haben demnach alle jene, welche einen Anspruch an die gedachte Verlassenschaft zu machen gedenken, sich bis zum 25. Februar 1835 um so gewisser bey diesem Regiments-Gerichte auszuweisen; widrigens was Rechtens ist, vorgekehrt werden wird.

Krems den 10. Januar 1334.

12.07.1881 Die Presse: Binnenwasser - Calamität in Torontal.

 

Aus Hatzfeld wird unter 8.d. Folgendes geschrieben: Einen großen Theil der Oekonomen Torontals hat ein schwerer Schlag getroffen. Während schon in den Frühlingsmonaten die aus ihren Ufern getretenen Fluten der Donau und der Theiß, in den nördlichen Gegenden des Comitats aber der Maros einen großen Teil der üppingen Ackergründe mit unabsehbaren Wassermassen bedeckten und große Flächen herrlicher Weizensaaten vernichteten , haben die beständig andauernden schweren Regengüße, besonders aber der schreckliche Wolkenbruch am 1. Juli auch noch die letzten Hoffnungen vieler unserer Landwirte völlig vernichtet. Alles schrie nach Abhilfe, nach Wasser-Commissionen, und während diese sich in Bewegung setzten, herrschte der kleine Krieg zwischen den einzelnen Gemeinden und Besitzeren, die durch Abdämmung sich gegenseitig die Fluten zusendeten, sich gegenseitig die noch verschont gebliebenen Saaten vernichteten. Auch Flintenfeuer, Mord und Totschlag gab es, ohne dass an dem schrecklichen Unglück geholfen werden konnte. Die letzten furchtbaren Wolkenbrüche vollendeten nun völlig die Vernichtung, brachten aber auch im Volke eine Erbitterung hervor, wie diese so hochgradig bei den ruhigen Deutschen noch niemals in Erscheinung getreten.

 

Von Valkany herab bis weit über Gyertyamos hin bedecken endlose Wasserflächen die vor Kurzem noch herrliche Saaten, Wiesen und Weingärten in einer Höhe, dass stelenweise kaum die Spitzen der Baumanlagen zu sehen sind. Wir sahen Schnitter in mehr als halbmeterhohem Wasser mit Sicheln arbeiten und die schon halbvernichteten Weizenbündel, vom Wasser triefend, auf improvisirten Plätten in die Gemeinde führen. Das größte Übel liegt aber in dem Umstande, dass die Fluten nicht abzuleiten sind, ohne noch mehr Unglück hervorzurufen. Dieser Umstand erbittert das schwer betroffene Volk, das in stürmischem Auflaufe laut nach Abhilfe schreit. Mit mehr Geduld ertragen die kleinen Gemeinden Szt. Hubert und Charleville ihr schreckliches Unglück. Von allen Seiten mit unabsehbaren Fluten umringt, suchen sie nur mehr ihre arg bedrohten und beträchtlich beschädigten Wohnhäuser zu erhalten, da ihre Ernte schon längst vollkommen vernichtet ist. Ebenso ergeht es Osztern, Nakofalva, Ujhely, Sandorhaza, Peszak und zum großen Theile auch b.-Komlos, Lovrin und Bogaros.

Dies und jenes

DIE GERECHTIGKEIT IN TOTINA

 

Wer noch immer Richter in Totina war, hat's aa noch keem recht mache kenne, grad wie unser Herrgott aa. Drum han se in dem Dorf bal mit dem eene, bal mit dem annre prowiert, un deßtwee han se in dem Johr aa de Strudls Dietrich zum Richter gewählt.

 

Zufällich ware grad in selm Johr oft recht schwierichi Fäll vorkumm, um Recht zu spreche. Daß es drbei oft geer die „Herrische" gang is, war ke Wunner, weil de Strudls Dietrich e geborner Heedschwob war, so wie ich, un dorum ewe will ich die viele gspassiche Fäll, was mr grad vun seiner Zeit infalle, do mitteele.

 

... De Saupolle Kaschper is mol geruf wor un de Richtr hat ne gfroot: „Ihr wart vor paar Täch in Perjamosch uf dr Wassermiehl un hat dort eene zwaamol aus der Marosch gezoo, weil'r sich hat wille mit Gewalt ertränke. Des is voll Lowes wert, awer saat mr nor mol: Er hat sich drno glei nit weit vun derselwi Stell am Ufer am e Baam ufghängt. Wie kummt des, daß Ihr ne nit abgeschniet hat?"

Saat de Saupolle Kaschper: „Herr Richtr, ich han gement, weil er so naß war, wollt er sich nor ufhänge for truckle!"

„Hm, entweder Ihr seid so dumm wie e Saupolle oder so dorchgetrieb wie e Saupolle! Bis es mir infallt, was ich do mache soll, schaut, daß dr weiter kummt!

 

...De Pimpernickls Hansjerch war vum Schmidt vrklaat, daß der vier Hufeise hinnerm Owe vun gsiehn hätt. De Richtr hat ne gfroot : „Hansjerch wie sin die Hufeise hinner Eier Owe kumm?“ Saat de Pimpernickls Hansjerch druf: „Jo, Herr Richter ich weeß werklich nit, wie die dorthin sin kumm, vielleicht is awer for alter Zeit mol e Stroß dorchgang dort!" „Hansjerch, Ihr werd weer Fundver-heimlichung so lang ingsperrt, bis es Eich infallt wie die Eise dorthin sin kumm. Ihr hätt solle die Eise ans Gemeindeamt abliewere."

 

...De Daumedickls Karl is mitm Spatzedarms Kaschper klae kumm, sie hätte mitnanner e Bockshaut gfunn un kennte sich nit eeniche weer ́m teele.

Der Richtr hat gsaat: „Loßt die Bocksaut do, ich wer driwer nodenke, was gschieje soll!" Die sin fort un han dann, wie's ne schun zu lang gedauert hat, mol angfroot beim Richtr ums Urteil. De Richtr hat gsaat: „Jo, wißt dr, gin ich's dem, is es dem nit recht, gin ich's dem, is es dem nit recht, daß ihr also eenich bleibt, han ich meim Sohn was Schmied is, e Schorzfel dervun mache geloß!" Die zwaa han angi Gsichter gemach un sin gang.

 

...Mol is de Bescheid kumm vum Komitat, die Gemeinde mißt de Backschieße Henrich drauß in der Sandkaul ufhänge losse, weil der Verbrecher aus demselwe Dorf war. Drzu misse se de Scharfrichter aus Pest kumme losse un dem zwaahunnert Gulde zahle vor sei Mieh. De Strudls Dietrich hat de Ausschuß inberuf zum Berotschlaan, wie se's noch billicher mache kennte, also sin se zu dem Schluß kumm: Sie gin dem Backschieße Henrich hunnert Gulde, un er soll schaue daß er weiterkummt. Richtich han se ́s aa so gemach un derbei hunnert Gulde, Strick, Galje un annri Unkoschte gspart. De Backschieße Henrich is, wie er mol des Geld ghat hat, werklich uf Amerika dorchgebrennt. ́s hat awer nit lang gedauert, do is die ganz Soos rauskumm un is derweil in Untersuchung. Drum miß mr aa mit dem Verzähle jetzt ufs End warte.

 

J. Szimits