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Mathias Ferch - Domherr und päpstlicher Prälat

treffen2014Eine der markantesten Gestalten der Stadt Temeschburg der 20er des vergangenen Jahrhunderts war der Domherr und Pfarrer der innerstädtischen Pfarrei Matthias Ferch. Hier mögen die wichtigsten biographischen Daten kurz aufgezählt werden.

Mathias Ferch wurde am 12. August 1869 in Bogarosch geboren. 1880-1888 Gymnasium Arad, 1888 Abitur. 1888-1893 Theologiestudium Budapest, 6.7.1893 Priesterweihe in Temeschburg durch den Bischof Alexander Graf Dessewffy de Csernek et Tarkeö (1834--1907). - 1893-1894 Kaplan in Detta, 1894--1895 Studienpräfekt im Temeschburger Priesterseminär. Lehrtätigkeit: 1895-1896 im Priesterseminär Katechetik, 1896-1900 Bibelkunde, deutsche Sprache, Kirchengeschichte, 1900-1926 Kirchengeschichte, Kirchenrecht, dazwischen 1902 Soziologie, Kunstgeschichte, 1930-1935 christliche Moral, praktische Seelsorge. Insgesamt wirkte er 72 Semester als Professor an der Temeschburger theologischen Fakultät. 1900 Mitglied der Prüfungskommisgericht für Religionslehrer an Mittelschulen, 1902 Diözesanzensor, 1904 Armenvertreter beim Kirchengericht, Mitglied der Kommission für die Reform des Kirchengesanges, 1905 Mitglied der Pfarrerprüfungskommission, 1908 Senior der Temeschburger theologischen Fakultät, Konsistorialrat, 1910 Direktor der Volksschule im innerstädtischen Kloster, Anwalt des Diözesangerichts, Präses der Kantorbefähigungsprüfung, vo da ab bis zu seinem Tode Seelsorger der innerstädtischen Stadtpfarrei. 1912 Direktor der Mittelschule im innerstädtischen Kloster, Klosterkatechet, 1916 Titulardomherr, 1913-1919, 1925-1928 Vertreter der Katholiken im Temeschburger Stadtrat, 1920 Geistlicher Rat, 1921 vom rumänischen Kriegsministerium zum Militärgeistlichen ernannt. 1923 Titularabt der Abtei St. Pettri de Sagyo, 1924 Dechant des Zentraldistrikts, 1925 wirklicher Domherr, 1931 Mitglied des Diözesanschulrates 1938 Präses des Disziplinarrates der konfessionellen Lehrerschaft und der Kontrollkommission des Lehrerpensionsfonds, 1937 päpstlicher Hausprälat. Er starb am 8.Februar 1938 in Budapest an einem Blutsturz im Sanatorium der Krankenschwester vom hl. Franz von Assisi und wurde am 9. Februar in der Temeschburger Domkrypta beigesetzt. (Vgl. Prälatdomherr Matthias Ferch. In: Banater Deutsche Zeitung, Jg. 20 v. Mittwoch, dem 9. Feber 1938 - S. 4.)

Eine charakteristische Äußerung über die Toleranz in "seiner" Stadt möge hier zum Abschluß folgen: " ... Weit über 40 Jahre bin ich hier, seit gleicher Zeit mit Bischof Dr Augustin Pacha tätig; beide sind wir die ältesten katholischen Priester, die ununterbrochen in dieser Stadt arbeiten, und ich gestehe, als ich aus Arad hierherkam, fühlte ich mich nicht recht wohl; dort schien das Leben abwechslungsreicher. Bald aber konnte ich das Leben, die Leute und die wahren Werte hier schätzen lernen. Originelle Leute, waschechte hiesige Bürger! Alles hielt zusammen: Katholiken, Nichtkatholiken, Juden - Bürger verschiedenen Ursprungs und Herkunft, verschiedene Nationalitäten und Religionen, sie standen wie ein Mann, wenn von dieser Stadt die Rede war. Und ich gestehe: ohne diese Stadt kann ich mir das Leben nicht vorstellen! Mögen alle Bewohner dieser Stadt, nach dem traditionellen Muster alle Unterschiede beiseite lassend, sich zusammenschließen; für das Wohl der Gemeinschaft, für das Aufblühen dieser Stadt, in welcher uns die göttliche Vorsehung unser Tätigkeitsfeld einräumte... Jeder, der einmal in die Atmosphäre unseres ,Alt-Temesvars' gelangte, war davon immer bezaubert ... " (Vgl. Bela Schiff: Unser "Alt Temesvar". Der erste Teil. Timisoara: Sonntagsblatt 1937, S. VII-VIII.)