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Eine historischen Quelle zur Geschichtsforschung, aber auch zur Familienforschung, welche Einblicke in Lebenswelten vergangener Zeiten geben  sind Zeitungen , Zeitschriften u.ä. aus vergangenen Tagen. Auf der Seite: http://anno.onb.ac.at/ stellt die Österreichische Nationalbibliothek digitalisierte Publikationen aus der Zeit der Donaumonarchie online zur Verfügung. Diese können nach bestimmten Begriffen durchsucht werden, eine Auswahl von Artikeln die von Bogarosch und Bogaroschern berichten möge hier folgen. 

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- 28.01.1834 Wiener Zeitung: 

Von dem k.k. Prinz - Regent von Portugal 39sten Linien - Infanterie - Regiments - Gerichte wird hiermit bekannt gemacht: Es sey der dießseitige Gemeine Simon Breszler, von Bogaros, Torontaler Comitats, im Banate gebürtig, ledig, am 2. September 1832 , mit Hinterlassung eines Vermögens von 139 fl. C.M., zu Pest in Ungarn ohne Testament verstorben. Es haben demnach alle jene, welche einen Anspruch an die gedachte Verlassenschaft zu machen gedenken, sich bis zum 25. Februar 1835 um so gewisser bey diesem Regiments-Gerichte auszuweisen; widrigens was Rechtens ist, vorgekehrt werden wird.
 Krems den 10. Januar 1334.


- 12.07.1881 Die Presse:

Binnenwasser - Calamität in Torontal.
Aus Hatzfeld wird Folgendes geschrieben: Einen großen Theil der Oekonomen Torontals hat ein schwerer Schlag getroffen. Während schon in den Frühlingsmonaten die aus ihren Ufern getretenen Fluten der Donau und der Theiß, in den nördlichen Gegenden des Comitats aber der Maros einen großen Teil der üppingen Ackergründe mit unabsehbaren Wassermassen bedeckten und große Flächen herrlicher Weizensaaten vernichteten , haben die beständig andauernden schweren Regengüße, besonders aber der schreckliche Wolkenbruch am 1. Juli auch noch die letzten Hoffnungen vieler unserer Landwirte völlig vernichtet. Alles schrie nach Abhilfe, nach Wasser-Commissionen, und während diese sich in Bewegung setzten, herrschte der kleine Krieg zwischen den einzelnen Gemeinden und Besitzeren, die durch Abdämmung sich gegenseitig die Fluten zusendeten, sich gegenseitig die noch verschont gebliebenen Saaten vernichteten. Auch Flintenfeuer, Mord und Totschlag gab es, ohne dass an dem schrecklichen Unglück geholfen werden konnte. Die letzten furchtbaren Wolkenbrüche vollendeten nun völlig die Vernichtung, brachten aber auch im Volke eine Erbitterung hervor, wie diese so hochgradig bei den ruhigen Deutschen noch niemals in Erscheinung getreten.
Von Valkany herab bis weit über Gyertyamos hin bedecken endlose Wasserflächen die vor Kurzem noch herrliche Saaten, Wiesen und Weingärten in einer Höhe, dass stelenweise kaum die Spitzen der Baumanlagen zu sehen sind. Wir sahen Schnitter in mehr als halbmeterhohem Wasser mit Sicheln arbeiten und die schon halbvernichteten Weizenbündel, vom Wasser triefend, auf improvisirten Plätten in die Gemeinde führen. Das größte Übel liegt aber in dem Umstande, dass die Fluten nicht abzuleiten sind, ohne noch mehr Unglück hervorzurufen. Dieser Umstand erbittert das schwer betroffene Volk, das in stürmischem Auflaufe laut nach Abhilfe schreit. Mit mehr Geduld ertragen die kleinen Gemeinden Szt. Hubert und Charleville ihr schreckliches Unglück. Von allen Seiten mit unabsehbaren Fluten umringt, suchen sie nur mehr ihre arg bedrohten und beträchtlich beschädigten Wohnhäuser zu erhalten, da ihre Ernte schon längst vollkommen vernichtet ist. Ebenso ergeht es Osztern, Nakofalva, Ujhely, Sandorhaza, Peszak und zum großen Theile auch b.-Komlos, Lovrin und Bogaros.


16.07.1891 - Neuigkeits Welt-Blatt: 

Ein alter Sünder

Vor dem Wiener Schwurgerichte unter dem Vorsitze des LGR. Hebenstrit stand am 14.d. die Verhandlung wegen Betruges gegen zwei Personen statt, von denen die eine, hoch betagt und ergraut, unverbesserlich zu sein scheint. Die Anklage vertrat StAS. v. Cischini. In die Vertheidigung theilten sich die Doktoren Herzberg-Fränkel und Bratt. Nachstehend theilen wir das Wesentliche aus der Anklageschrift mit: Die Staatsanwaltschaft erhebt gegen Johann Anton Rößler, 75 Jahre alt, zu Bogaros im Banate geboren, nach Hernals zuständig, katholisch, verheiratet, Zeitungsherausgeber in Wien, wegen Wuchers, Betruges, Veruntreuung und Krida bereits gestraft, und gegen Julian Hengelmüller, 29 Jahre alt, zu Els in Niederösterreich geboren und zuständig, katholisch, ledig, Geschäfts-führer eines Vermitlungsbureau in Wien, bisher unbestraft.
Die Anklage: Johann Anton Rößler und Julian Hengelmüller haben seit dem Jahre 1889, letzterer seit dem Jahre 1899 hier in Wien, und zwar Johann Rößler für sich allein sechs Personen, Johann Rößler und Julian Hengelmüller im Einverständnisse miteinander zwölf Personen durch listige Vorstellungen und Handlungen zum Erlage von Kautionen und Geschäftseinlagen bewogen, wodurch jene Personen zusammen einen Schaden von 7850 fl. erleiden und haben hiedurch Johann Rößler und Julian Hengelmüller das Verbrechen des Betruges im Sinne der §§. 197, 200 St.-G., strafbar nach §. 203 St.-G. begangen.
Gründe: Johann Rößler ist ein übelbeleumundeter, wiederbolt abgestrafter Mann, war zuerst Tischlergehilfe, kam später nach Wien und gerieth hier bereits im Jahre 1855 in Konkurs. Er etablirte sich zu gleicher Zeeit als Trödler, Schneider, Kurzwarenhändler, Insektenfaller-Erzeuger, Geld- und Häuser-Agent, welch letzteres Geschäft er ohne Konzession betrieb, weshalb er bald bestraft wurde. Er führte aber das Geschäft trotzdem fort, wurde zuerst wegen Wuchers zu einer Geldstrafe und im Jahre 1862, weil er Wechsel im Betrage von fünfzehntausend Gulden gefälscht und Gälligkeitsakzepte im Betrage von zwanzigtausend Gulden hinausgegeben hatte, sowie wegen anderer Betrügereien und Veruntreuungen zu acht Jahren schweren Kerker verurtheilt.
Aus dem Kerker entlasten, begann er sich auf den Bauschwindel zu werfen, wußte sich in den Besitz von dreizehn Baustellen zu setzen und den Anschein eines vermögenden Unternehmers zu geben, damit zahlreiche Leute an sich zu locken, ihnen Kautionen abzunehmen, die er dann für sich verwendete und wodurch er diesen Personen einen Schaden von zehntausend Gulden zufügte. Er wurde deshalb im Jahre 1875 wegen Betruges und Krida zu fünf Jahren schweren Kerker verurtheilt.
Nach verbüßter Strafe gründete er drei Zeitungen, nämlich den "Annoncen - Telegraph", die „Realitätenzeitung" und den „Ersten Wiener Häuservermittler" und errichtete zugleich ohne jede Konzession ein Bureau für Realitätenverkehr unter dem pompösen Titel „Zentralbureau und Baukanzlei", welcher Bureau angeblich dazu dienen sollte, den Kauf und Tausch von Häusern und Aufnahme von Darlehen auf denselben zu vermitteln. Das Geschäft ging begreiflicherweise gar nicht.
Er annoncirte in den Zeitungen, daß für ein Realitäten-Verkehrsinstitut Angestellte gegen Kaution gesucht werden. Sobald sich jemand meldete, erklärte Rößler, ihn als Kassier, Administrator, Geschäftsgänger, Leiter einer Filiale und dergleichen gegen Gehalt und einen Perzentsatz am Bruttogewinn, jedoch nur unter der Bedingung anzustellen, daß der Aufgenommene einen gewissen Betrag als Kaution erlege. Dieser Betrag sollte in erster Linie als Sicherstellung dienen, wurde aber dann als Geschästseinlage bezeichnet und verwendet. Da das Geschäft überhaupt keinen Nutzen abwarf, so diente das Geld eigentlich nur dazu, den Unterhalt des Johann Rößler zu bestreiten und die Gehalte theilweise zu bezahlen. Natürlich konnte das nicht lange dauern und die Angestellten begannen, die Rückzahlung zu beanspruchen. Es wurde nun gesucht, an Stelle des alten einen neuen Bediensteten, einen sogenannten Ablöser zu finden, dieser mußte eine höhere Kaution erlegen, wovon ein Theil zur Rückzahlung der alten diente, während der Ueberschuss wieder in die Taschen des Rößler floß.
Auf diese Art stiegen die Kautionen, die Anfangs 150 fl. betragen hatten, nach und nach auf 500 bis 1000 fl. bis die in der Anklage erwähnten Beschädigungen eingetreten waren.
Um die Entdeckung dieser Umtriebe hintanzuhalten, wußte es Rößler so einzurichten, daß keiner der Be-schädigten mit dem Anderen zusammenkam. In seiner Wohnung wurden fünfhundert Briefe von Offerenten gefunden.
In der letzten Zeit war dem Rösler ein gewisser Julian Hengelmüller als Requisiteur behilflich. Hengelmüller, welcher schon in einem früher beim Landesgerichte verhandelten Fall, der unter dem Namen "Mittelstraße" bekannt geworden ist, in dem Verdachte stand, als gewissenloser Zutreiber gewirkt zu haben, hat eine Reihe stellensuchender Personen, obwohl ihm die Verhältnisse Rößler's eben in Folge seiner häufigen Intervention genau bekannt gewesen sein müssen, durch grobe Unwahrheiten und glänzende Schilderungen bewogen, bei Rößler unter Übergabe von sogenannten Geschäftseinlagen einzutreten.
Das Verhör der Angeklagten.
Der zuerst im Beisein des Zweitangeklagten vernommene Rößler erklärt sich für nicht schuldig, es sei bei ihm lediglich eine Geschäftsstockung eingetreten. Seine Zeitungen bestehen seit fünf Jahren. Er gründete nach seiner letzten Strafentlassung noch zwei dieser Zeitungen mit einem Fonds von 100 fl, während seine Gattin schon Eigenthümerin einer jener Zeitungen war.
Diese Zeitungen bildeten keineswegs sein eigentliches Geschäft: sie hatten nur seinem Realitätenverkehr zu dienen. Anfangs rentierte sich auch das Unternehmen; aber die Bediensteten schadeten demselben durch Unredlichkeiten. „Ich wurde" - sagt Rößler - „von meinen Bediensteten betrogen und habe mich daher entschlossen, von ihnen Sicherstellungsbeträge zu begehren."
Der Angeklagte behauptet nun, zu der Verwendung dieser Sicherstellungsbeträge von den betreffenden Bediensteten ermächtiget worden zu sein und leugnet, diese Ermächtigung durch listige Vorspiegelungen erschlichen zu haben. Übrigens habe er diese Beträge nicht für sich verwendet, da sein Geschäft zur schlechtesten Zeit so viel abwarf, daß er davon leben konnte. Er habe jene Sicherstellungsbeträge tatsächlich im Geschäfte, zu Geschäftsauslagen und zu den Gehalten der Bediensteten verwendet.
Der Präsident konstatiert wiederholt während dieses Verhörs, daß die Angaben Rößlers unwahr seien, daß nämlich das Realitätengeschäft gar nicht gegangen und daß daher Rößler geradezu auf die Kautionen angewiesen gewesen sei, was jedoch Rößler nicht gelten läßt.
Im weiteren Verlaufe seines Verhörs behauptete der Angeklagte, 12.500 fl. Ausstände, also ein größeres Vermögen zu haben, als er schuldig sei.
P. (Präsident) Das kann Jeder sagen. Wo haben Sie diese Ausstände? - A. (Angeklagter) Ich habe dem Untersuchungsrichter davon nichts gesagt, weil ich geglaubt habe, daß es nicht gleich sein müsse. - P. Aber uns interessirt das sehr. Also wo sind Ihre Ausstände? - A. Muß das gleich sein, daß ich's sage? - P. Natürlich, wann wollen Sie es denn sagen?
Der Angeklagte macht wohl Versuche zu Angaben in dieser Richtung, die aber ihre Unglaubhaftigkeit an der Stirne tragen. - P. Mögen nun Ihre Realitätengeschäfte gewesen sein, welche sie wollen, zu was haben Sie gleichzeitig zehn Personen als Bedienstete gebraucht? - A. Ich habe immer gedacht, ich werde zu thun kriegen. - P. Die Leute hatten nichts zu thun. Um doch nicht Verdacht aufkommen zu lassen, schickten Sie sie, sie sollten Ihnen ein ganz beliebiges, ihnen augenfälliges Haus genau beschreiben. Sie brauchten die Beschreibung für einen Hausherrn. - A. Na, man kann ja nie wissen, was wird. - P. Sie wußten zu vermeiden, daß Ihre Bediensteten zusammenkommen. - A. Das ist nicht richtig, nur scheinbar. Freilich, wenn ich Besuch hatte, da mußte ich doch den Diener fortschicken.
Hengelmüller beantwortet die Frage, ob er sich schuldig bekenne, mit „Ja". Dem widerspricht aber dann seine ganze Spezialverantwortung. Er gibt wohl zu, die betrffenden Personen dem Rößler zugeführt zu haben, versichert aber, ihnen nicht mehr gesagt zu haben, als was Rößler ihm über sich mitgetheilt und daß er selbst auch daran geglaubt habe. Er gesteht auch, für jede zugeführte Person eine Provision von Rößler bekommen und bemerkt zu haben, daß er sie mitunter von der Einlage der zugeführten Person gab. Er habe aber darin nichts Bedenkliches erblickt, denn entweder war dem Rößler das Verfügungsrecht eingeräumt oder Rößler sagte, er werde die Einlage schon aus Eigenem kompletiren. Es begann nun die Zeugenvernehmung.
Von den achtzehn Beschädigten sind nur fünfzehn zur Verhandlung vorgeladen und auch diese haben bei der vorhandenen Aussichtslosigkeit, etwas zu erreichen, nicht sämtlich sich dem Strafverfahren mit Ersatzansprüchen angeschlossen. Alle aber sind in dem Urtheile einig, auch diejenigen, deren Aussage nur verlesen wurde, daß sie sich für betrogen halten. Von allen werden die Vorspiegelungen bestätigt, welche dazu beigetragen haben, ihre Einlagen, gleichgültig ob sie als Kautionen oder als Geschäftseinlagen gegeben wurden, für vollkommen sicher zu halten.
 Auf Grund des Verdiktes der Geschwornen (Obmann Franz Papitsch) wurden Rößler zu fünf Jahre und  Hengelmüller zu fünfzehn Monaten schweren Kerker verurtheilt.


- Samstag, den 22. Juli 1939 - Banater Deutsche Zeitung

Dem Andenken Friedrich Ferchs 
 
 In Hatzfeld kannte jeder, aber auch in Temeschburg kannten viele den hageren, hochaufgewachsenen Mann mit dem durchgeistigten Gesicht und der großen Diplomatenbrille. Seine Wiege stand in Bogarosch, wo er vor sechzig Jahren als vielverheißender Sproß der im ganzen Banat und auch darüber hinaus bekannten und berühmten Familie Ferch das Licht der Welt erblickt hatte. Diese schenkte unserem Volke neben anderen wertvollen und vortrefflichen Menschen auch mehrere Künstler von Rang und Bedeutung. Es sei da bloß auf die drei Kunstmaler Ferch hingewiesen, deren Name heute auch in Deutschland einen guten Klang hat.
 
Friedrich Ferch widmete sich der Beamten- und dann der kaufmännischen Laufbahn, und zwar zuerst in Budapest und dann in Hatzfeld und Temeschburg. Der künstlerischen Ader ermangelte auch er nicht, wie sozusagen in jedem Ferch ein Künstler vorhanden ist, der je nach Begabung und Entwicklungsmöglichkeiten in Erscheinung tritt. Er war jahrelang mit heller Begeisterung und glühendem Eifer am Werke, der schwäbischen Heimatkunst zu dem ihr gebührenden Rechte zu verhelfen. Da seine Stärke auf dem Gebiete der Propaganda lag, fiel ihm seine selbstgewählte und selbstlose Tätigkeit im Dienste unsrer arteigenen und bodenständigen schwäbischen Kunst durchaus nicht schwer. ...  Er führte eine gewandte und saubere Feder. Die kühle und herbfrische Heideluft atmenden Aufsätze, die er uns in seinem vor etwa fünfzehn Jahren im Verlag der Temeschburger Schwäbischen Verlagsaktiengesellschaft erschienenen „Heiderösleinstrauß", den er seiner Heimatgemeinde Bogarosch widmete, hinterlassen, geben Zeugnis von seiner schönen ­schriftstellerischen Begabung. Im übrigen aber war er längere Zeit hindurch auch Propagandaleiter der „Werkgemeinschaft schwäbischer Künstler und Kunstfreunde", für deren Aufblühen und Gedeihen er sich mit allen seinen Kräften, aber leider vergeblich eingesetzt hatte, da das Kunstempfinden unseres Volkes erst im Entwickeln begriffen und demzufolge auch sein Kulturbedürfnis gleich null ist.

 Zeit seines Lebens blieb er ein Einsamer und Verkannter. Das Schicksal war ihm nicht hold und am allerwenigsten ein freigebiger Gönner. Es rüttelte und schüttelte ihn vielmehr mitunter wie der Sturmwind eine auf kahler Höhe einsam und verlassen stehende Tanne. Das Leben verschloß ihm die Pforte zum vollgedeckten goldenen Tische seiner Freuden und Genüsse. Er mußte sich mit wenigen trockenen Brosamen begnügen. Und er mußte sieb beugen unter das harte und erdrückende Joch des Leides und der Qual, da sein ganzes Dasein unter einem unheilvollen Sterne stand. Sein graues und eintöniges Los war Enttäuschung und Entsagung. Wollte seine kraftgeladene Seele den Himmel stürmen, so erinnerten ihn seine körperlichen Gebrechen immer wieder daran, daß er ein Knecht dieser Erde sei und ihren Fängen und Krallen nicht zu entrinnen vermag. Trotzdem verlor er niemals den Mut und er gab auch niemals die Hoffnung auf eine Besserung seines elenden körperlichen Zustandes und seiner wirtschaftlichen Lage auf, die alles eher denn als eine rosige gewesen.

Bis dann das traurige und erschütternde Ende kam. Wohl war sein Körper schon sein Jahren nur noch ein Wrack, dennoch wollte seine heimwehwunde Seele ihre Ruine nicht verlassen. Sein Wille zum Leben war zu stark, als daß es dem Tode gelungen wäre, ihn durch einen einzigen Anlauf zu fällen. Dafür aber senkten sich die Schatten menschlicher Verzweiflung und menschlichen Jammers auf seinen Geist. Immer dichter und drückender. Er ächzte und seufzte unter ihnen, gab aber den Kampf gegen sie nicht auf. Dennoch sollten sie sich als die Stärkeren erweisen. Sie wanden einen Strick und drückten ihm ihn in die graugelben, zitternden Hände. Und in einem Augenblick völliger geistiger Unzurechnungsfähigkeit hat sich Friedrich Ferch den Strick um den Hals gelegt.
Nun ruht er auf auf dem Hatzfelder Gottesacker von seines Lebens Mühsal und Bürde. Er wird betrauert von seinen Familienangehörigen und Kameraden, die ihm stets ein ehrendes Angedenken bewahren.

Lieber Fritzi, schlafe wohl!

Peter Jung.


wird laufend ergänzt und fortgesetzt