Bogaroscher Pressespiegel 1920 - 1929 |
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05 22 - Temesvarer ZeitungSelbstmord - In Bogaros erhängte sich gestern Nachmittag der 40-jährige Landwirt Johann Fuchs. Das Motiv ist unbekannt 1922 12 14 - Temesvarer Zeitung Todesfall - In Bogaros ist der gewesene Holzhändler Johann Abendschein im Alter von 52 Jahren gestorben. Außer seiner tiefgekränkten Witwe betrauern ihn noch eine 82-Jährige Mutter, 3 Brüder in Bogarosch und ein Bruder in Mako. 1923 02 18 - Arader Zeitung
1923 04 02 - Arader Zeitung
Bauernburschen als Hühnerdiebe - Wie man uns aus Bogarosch gemeldet wird, haben sich dieser Tage einige junge Bauernburschen aus Übermut einen Spass erlaubt, indem sie Nachbarn und Verwandten insgesamt 11 Stück Hühner entwenden und in papierene Lei versilberten. Nun hatten, da nicht jeder diesen Spass verstand, einige der "Bestohlenen" die Anzeige bei der Gendarmerie erstattet und die Jungens müssen nun für ihren Spaß einige Tag im Kühlen sitzen. Fidibus 1923 12 06 - Arader Zeitung Intime Kleinigkeiten aus Bogarosch - Bogarosch hat ständig seine „Sensationen“. Jeden Tag gibt es „Etwas“, welches das Gestrige in den Hintergrund drängt und dann wie frisch vom Zapfen von Mund zu Mund geht. Die Banditenstreiche, welche einige unüberlegte Dummköpfe als „Kirchweihstückl“ ausführten, sind schon zu abgeschmackt. Man sucht nach neueren Sachen und wirklich man findet. Bogarosch hat so etwas ständig. Einmal interessanter, das andermal weniger wichtig, aber es ist da. Diesmal ist man an dem Abreißen eines Hauses, in welchem ein „Geruch“ vorhanden ist, welcher an vergangene Zeiten und Apotheken erinnert. Allgemein erzählt man, dass der Geruch so stark wäre, dass selbst „Kapellen“ bei Nacht und Nebel der Anziehungskraft nicht widerstehen konnten und über Stock und Stein, quer durch den Schalamadi solange zum immer tiefer und größer werdenden Brunnen gingen bis es krachte. Das „Krachen“, welches durch die Dorfjugend inszeniert wurde, hatte damals ein Familienskandal als Folge und der „Geruch“ schien eine Zeit hindurch weniger Anziehungskraft zu haben. Nun, nachdem abermals durch die eintretende Kälte und das lange liegen, selbst die Butter steif wird, setzten sich wieder „Elemente“ in Bewegung und diesmal wollten einige junge Männer dem ständigen über die Mauern klettern ein Ende machen und trugen die Mauer ab. Ein zweiter Fall: Eine Frau soll angeblich durch die ständige Pietätsverletzung am Friedhof, derart in Extase gebracht worden sein, dass sie in den Friedhof ging und mit einer Holzhacke das Grabkreuz in Stücke hielt, welches man dadurch aufstellte, dass man die Gräber ihrer Familie verunstaltete. In beiden Fällen wurde Anzeige bei der Gendarmerie erstattet und eine diesbezügliche Untersuchung angeordnet. - In einem dritten Fall wurden wieder einem Knechte die Pantoffeln gestohlen und die angeblichen „Diebe"“ melden sich trotz energischem Einschreiten der Gendarmerie nicht. - Die vierte „Sensation“, welche eigentlich die erste sein sollte, lieferte ein Dorfkrämer welcher von seinem Bruder stets zum „Judas“ verdonnert, mit seiner „Witzigkeit“ der Gemeinde schon zu so manchen Schandfleck verhalf. Der Krämer scheint es zu wissen, dass man zu einer Tochter auch einen Schwiegersohn brauch. Er nahm sich aus diesem Grunde auch den Jungen eines armen Dorfschulmeisters als Medium in Pacht. Jahre hindurch wird die „Paarung“ vollzogen und nun gab er dem Jungen Geld er möge, damit die Sache einen „ernsten Charakter“ hat, anlässlich der Kirchweih, für „sein Töchterchen“ den Vorstrauß lizitieren. Die Sache wäre ja eigentlich nicht so fatal gewesen, aber mit dem Vorstrauß gibt es bekanntlich auch Verpflichtungen und die wurden „erfüllt“. Das Nachtmahl wurde deshalb auf zwei Stellen gegeben bzw. im Gasthaus für die „Besseren“ und in der Wohnung für die minder „Besseren“ oder sogenannte „Schlechteren". Die „Besseren“ erschienen, warteten auf den edlen Großmacher bis Mitternacht ohne ihn zu Gesicht zu bekommen und wirklich: er getraute sich nicht unter „Bessere“ zu gehen und blieb, nachdem ihm diese zu ehrlich waren unter den anderen. Phedr. 1924 02 17 - Arader Zeitung
1924 07 24 - Arader Zeitung
1925 02 25 - Arader Zeitung Der letzte Weg Adam Ottrubays - Heute Nachmittag 3 Uhr fand unter großer Beteiligung von Trauergästen die Bestattung des in großer Not verstorbenen greisen Lehrers Adam Ottrubay statt. Es waren au auch die Tischgesellschaft „Viribus unitus“ korporativ erschienen, selbstredend der Temeswarer Lehrkörper, ohne Unterschied der Nationalität und viele - zumeist Josefstädter - Bürger darunter viele ehemalige Schüler des hervorragenden Pädagogen. Die Einsegung der Leiche im Trauerhause vollzog der Josefstädter Kaplan Johann Takacs, wonach der pensionierte Josefstädter schuldirektor Peter Bachmann im Namen der Lehrerschaft einen warmen Nachruf dem Verstorbenen widmete. Er hob dessen pädagogischen Vorzüg hervor, die er in einem 40jährigen Kampfe der Kultur und der Stadt Temesvar widmete; er gedachte der Gutmütigkeit Ottrubays, der niemandem etwas zuleide tat und erwähnte uner Tränen dessen trauriges Los in den alten Tagen. Aber auch inmitten dieser Verhältnisse blieb Ottrubay der er stets war, eine duldende seele, ein in Bescheidenheit lebender Mensch, der Niemandem sein Herz ausschüttete, Niemandem seine bittere Not klagte. Als dann auf Umwegen die Hilfsaktion einsetzte, war es geradezu rührend, mit welchem Eifer sich seine einstigen Schüler ans Werk machten, um ihrem Lehrmeister aus der Not zu helfen. Die besseren Tage konnte er aber nicht mehr erleben: es erlöste ihn der Tod. - Während dieser Ansprache bleib kein Auge trocken. Der Leichenzug setzte sich sonach in Bewegung und Adam Ottrubay wurde im Josefstädter Friedhofe, an Seite seiner Gattin bestattet. 1925 05 06 - Arader Zeitung
1925 08 06
1925 12 02 - Arader Zeitung
1925 12 25 - Temesvarer Zeitung
1926 10 29 - Temsvarer Zeitung Volkswirtschaft - Begünstigungen für die Bogaroscher Toilettenseifenfabrik. Der Ministerrat hat über Vorschlag des Ministers für Industrie und Handel der durch Franz Schütz und Sohn in Bogarosch zu errichtenden Toilettenseifenfabrik die im Gesetz für die Förderung der heimischen Industrie niedergelegten Vegünstigungen gewährt. 1927 01 26 - Banater Deutsche Zeitung
1927 07 17 - Banater
deutsche Zeitung
Der Studentenball in Bogarosch. " Der gestern in Bogarosch statt gefundene Studentenball verlief Dank dem restlosen Bemühen des Arrangierungskomitees im Zeichen des bestenen Gelingens. Es waren, unter anderen, anwesend: Dr. Kaspar Muth, Dr. Josef Rieß (Lenauheim) , Sebastian Rotschnnigg, Dr. Krischanitsch (Dt.St.Peter), Dr. Schmidt (Lenauheim), Ing. Walzer (Hatzfeld). Bei den Klängen des vorzüglichen Streichorchesters blieben die Gäste bis zum frühen Morgen beisammen. Das am Nachmittag abgehaltene Fußballspiel Grabatz - Bogarosch endete mit dem Resultat 2:1 zu Gunsten der Grabatzer. 1927 12 24 -
Temesvarer Zeitung
Plötzlicher Tod des Drogisten Richard Schunk - Einsam, in ferner Abwesenheit seiner 3 Kinder, hat heute früh der allbekannte Fabriker Drogist Richard Schunk auf seinem Schmerzenslager ausgerungen, wohin ihn gestern nachmittag ein Hirnschlag niederwarf. Herr Schunk wurde schon längere Zeit von Todesahnungen heimgesucht, in Anbetracht seiner Rüstigkeit, im 57. Lebensjahre erst, dachte aber niemand ernstlich daran, daß diesbezügliche Bemerkungen des Verblichenen so rasch ihre traurige Bestätigung finden würden. 1928 01 08 -
Banater Deutsche Zeitung
Ortsgruppe Bogarosch - Unser Verein hat Mitte November seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Wir halten, wie in früheren Jahren wöchentlich zwei Vereinsabende, die erfreulicherweise zahlreicher besucht werden, als im Vorjahre. Bisher wurden drei Vorträge gehalten, und zwar sprachen dipl. Kindergärtnerim Fr. Maria Hubert über Heimat und Heimatliebe; Herr Pfarrer Fux über Zufriedenheit, wobei er den Frauen anhand vieler Beispiele ans Herz legte, ihre Kinder schon in der Jugend zu Einfachheit und Anspruchslosigkeit zu erziehen. Dr. Gerber hielt einen Vortrag über stoffwechselkrankheiten, Konstitution und rationelle Ernährung. An den Vereinsabenden singen unsere Mädchen und lernen hübsche Volkslieder. Bisher wurden deren 48 einstudiert. so kommt durch unsere Mädels das Volkslied, wie in Grosmutters Zeiten, bei geselligen Zusammenkünften der Jugend wieder zu seinem Rechte. Am 17. Dezember veranstaltete der Verein eine äuserst aut gelungene, zahlreich besuchte Dilettantenvorstellung, bei welcher sich wiederum unser Mädchenfranz mit seinen Leistungen hervortat. Auf dem Programm standen: „Der vergessene Muff‘; das Weihnachtsstück „Die verlorene Tochter“; das Drama „Rosa von Tannenburg”, ferner ein lebendes Bild, Jadasohn’s Frauenterzette „Abendlied“ und „sommerlied“ und einige Volkslieder. Bei der Einstudierung und beim Arrangement stand dem Vorstand Frau Maria Hubert aufopferungsvoll zur seite, wofür wir ihr Dank schulden. Am 18. führte Apotheker Hans Neurohr das Mädchenkranzmitglied Frl. Nelly schmidt um Traualtar, bei welcher Gelegenheit der Mädchenkranz sang. Auch einen Trauerfall haben mir zu verzeichnen. Der so rasch dahingeschiedenen Frau Dr. Anni Ries gaben wir am 1. Dezember das letzte Geleite. An dem Begräbnis in Lenauheim nahm der Bogaroscher Frauenverein fast vollzählig teil. 1928 02 17 -
Arader Zeitung
Tragischer Tod eines hoffnungsvollen jungen Mannes in Aurelhausen - Wie man uns aus Bogarosch schreibt, ist in Aurelhausen der 19jährige Sohn, des aus Neusanktpeter stammenden Aurelhauser Notärs Johann Herbst und Frau Maria, geborene Schmidt aus Bogarosch, infolge eines Bauchtyphus plötzlich gestorben. Der hoffnungsvolle junge Mann absolvierte bereits das 8 Gymnasium und war einer der besten Schüler des Banates. An dem Leichengängnis beteiligte sich außer der großen Verwandtschaft, die sich auf das ganze Banat verzweigt, auch die Bogaroscher Großeltern, die es sich nicht nehmen ließen, trotz dem schlechten Weg, mit dem Auto des dortigen Steinmetzes, Johann Massony, unter größter Mühe und Anstrengung, die Fahrt zurückzulegen. Nicht unerwähnt soll bleiben, die ergreifende Grabrede des Herrn Pfarrers Baum aus Uivar und die rege Teilnahme des dortigen Gesangsvereines. 1928 05 02 -
Arader Zeitung
Ehebruch - Bubenkopf / Dorfidyll aus Bogarosch - Während bekanntlich die herrischen Frauen alle Kniffe anwenden, um zu einem Bubenkopf zu kommen und dem sich dagegen sträubenden Ehegatten, solange von der „praktischen Seite“ die Sache erklären, bis er mürbe ist und einwilligt, ist dies bei unserer Dorfbevölkerung ganz anders; dort hält man fest an den alten Sitten und Gebräuchen und weicht nur der Gewalt. 1928 08 24 -
Temesvarer Zeitung
Gefrorenes von Bogarosch - Durch den in Ihrem geschätzten Blatte erschienenen Artikel „Massenhafte Magenvergiftung durch Gefrorenes in Bogarosch“ bin ich von verschiedenen Seiten aufmerksam gemacht worden, Sie zu ersuchen, diesen Artikel richtigzustellen, da das Publikum der Meinung ist, dass das das Gefrorene von meiner, in der ganzen Umgebung (auch Temesvar), gut bekannten Konditorei geliefert wurde. 1928 09 15 -
Temesvarer Zeitung
Änderungen im Gemeindenotärsdienst - Der Notär Rudolf Ferch wurde nach Ujvar und der Ujvarer Notar Julius Barbulescu nach Bogarosch transferiert. Ferner hat Präfekt Dr. Julius Coste den Vizenotär von Klopodia Jon Jivan zum Gemeindenotär nach Sosdia ernannt. 1929 03
05
Adoption - Wer will einen Knaben adoptieren - In der Gemeinde Bogaros werden für ein 2½ Jahre altes, schönes, gesundes, Waisenkind (Knabe), Adoptiveltern gesucht. Näheres bei Lehrer Andreas Kovacs, Bogaros. 1929 05
01 - Arader Zeitung
Die Bogaroscher Armen wollen in das Perjamoscher Armenhaus. - Aus Perjamosch wird uns geschrieben: In der letzten Gemeinderatssitzung wurde auch das Gesuch, der Gemeinde Bogarosch zwecks Aufnahme zweier alter Frauen in das Perjamoscher Armenhaus auf das Tapet gebracht und von dem Gemeinderat abgewiesen. - Die Gemeinde Perjamosch hat selbst mit ihren eigenen Armen genügend und bedauert es lebhaft, der Schwestergemeinde nicht dienen zu können … 1929 05 25 -
Banater Deutsche Zeitung
Trauung - Gestern führte er Lenauheimer Junglandwirt Niki Gerber die hübsche Vortänzerin des Heurigen Schwabenballs Frl. Käte Schneider zum Traualtar. Das Hochzeitsfest gestaltete sich zu einer imposanten Feier. Den Ehebund segnete der Bogaroscher Pfarrer Emil Fuchs, welcher rührende Worte an das Brautpaar und an die aus Bogarosch scheidende Braut richtete, wobei keine Auge trocken blieb. Den gesanglichen Teil der Trauung besorgte der Lenauheimer Gesangsverein, welcher das Lied „Das ist der Tag des Herrn“ in musterhafter Weise vortrug. Frau Dr. Bauer aus Neubeschenowa sang hierauf das „Gebet“ aus der Oper „Freischütz”. Der Bogaroscher Mädchenkranz hingegen trug trug den „Brautchor“ aus der Oper „Lohengrin” vor. Außer diesen sangen Frau Käte Schneider und Frl. Berta Dian noch „Mutter gib mir Deinen Segen." Alle wurden vom Kantorlehrer Schaus vorzüglich begleitet. Bei der Tafel richtete Dr. Hans Roster, Temeswar, und Prof. Peter Heinrich, Hatzfeld, Ansprachen an das Brautpaar. Im ganzen waren über 400 Personen geladen, darunter Dr. Gerber, Bogarosch, Dr. Rauer, Neubeschenowa, Dr. Schneider, Temeswar u.v.a. 1929 09 20 -
Arader Zeitung
Feuerwehr Gemeinde Bogarosch - Der Zustand der Löschrequisiten zeugt davon, dass es in dieser Gemeinde keine Feuerwehrorganisation gibt und das dieselben nicht von Fachleuten behandelt werden. Dann entsprechen die Löschrequisiten auch den Anforderungen der Neuzeit nicht im geringsten. Die Spritze ist ein wahres Monstrum. Es überraschte mich geradezu, in einer deutschen Gemeinde ein solches Unding vorfinden zu können. Ein solches Modell war vor 100 Jahren nicht mehr modern und kann unter den heutigen Verhältnissen Verhältnissen im Ernstfalle nicht mehr in Betracht kommen. Es muss darum raschest eine regelrechte Landfahrspritze angeschafft werden. Das ich die Demontierung der alten Spritze in meinen Imspizierungsbogen nicht eigetragen habe, ist damit zu erklären, das ich die Gemeinde vor den Behörden, welchen der Inspizierungsbogen vorgelegt wird, nicht blosstellen wollte. |
1921 05 22
Selbstmord 1922 12 14 Johann Abendschein † 1923 02 18 Die Mistgabel in den Bauch gerannt 1923 04 02 Hühnerdiebe 1923 12 06 Intime Kleinigkeiten 1924 02 17 Mann vun Bogarosch - Schweres Unglück eines Bogaroschers - Rückkehr nach Amerika 1924 05 22 Vom Automobil gerädert 1924 07 24 Kind in kochendes Wasser gefallen 1924 10 02 Fest der Bogaroscher in Philadelphia 1925 02 25 Adam Ottrubay † 1925 05 06 Eisenbahnkarambol in Lenauheim 1925 08 06 Lebendig verbrannt 1925 12 02 Schicsal eines Lehrers 1925 12 25 Das zwanzigtse Kind 1926 10 29 Begünstigungen 1927 01 26 Dilettantenvorstellung 1927 07 17 Studentenball in Bogarosch 1927 12 24 Richard Schunk † 1928 01 08 Ortsgruppe Bogarosch 1928 02 17 Tragischer Tod 1928 05 02 Dorfidyll aus Bogarosch 1928 08 24 Gefrorenes von Bogarosch 1928 09 15 Gemeindenotärsdienst 1929 03 05 Adoptiom 1929 05 01 Die Bogaroscher Armen 1929 05 25 Trauung Gerber/Schneider 1929 09 20 Zustand der Löschrequisiten |
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